ich habe mich am samstag bei lokalisten.de abgemeldet. account gelöscht. im nachhinein frage ich mich doch, warum ich mich überhaupt angemeldet habe. ah ja richtig, das hatte man ja, als ich nach münchen zog. da musste man bei lokalisten sein. wie dann bei facebook. und studivz. und ich frage mich immer öfter, was ich dort eigentlich zu suchen habe. spätestens nachdem wieder ein paar millionen daten auf “schülervz” verschütt gegangen sind.
natürlich, man bleibt mit menschen in kontakt, die man – sind wir mal so ehrlich – eigentlich vergessen würde. manche wollte man eigentlich auch viel lieber vergessen. zum beispiel dieses nervige mädchen aus dem seminar im 1.semester, mit der man sich aus not an menschlicher nähe unterhielt. oder diesen aufdringlichen spanier aus dem sommercamp. nun: jetzt werde ich wenigstens an die geburtstage all jener menschen erinnert.
und selbst wenn ich mich gern an menschen erinnere und mit freude verfolgen kann, dass sich diese gerade am anderen ende der welt aufhalten, um armen kindern zu helfen, frage ich mich doch, ob ich dann auch wissen will, dass es in ihrer beziehung gerade “kompliziert” ist, dass sie vor dem baden ihre beine nicht rasiert haben oder beim romantischen dinner ein salatblatt zwischen den zähnen hatten.
will ich denn wirklich eifersüchtig sein auf bilder, die meinen liebsten mit einer anderen zeigen – nur, weil es mich in dem moment noch nicht gab? und das, obwohl der letzte pinnwandeintrag von 2007 stammt – eine pr-meldung von einer dieser münchner bands stammt, die einem schon im vorprogramm auf die nerven gehen?
ach je, da haben wir uns doch etwas eingehandelt mit diesem web 2.0. ganz widerstehen kann man diesem medien-phänomen nämlich zugegebenermaßen nicht. säße ich sonst hier, bloggend, und somit der ganzen welt mein leid erzählend? – mein lokalisten-versuch ist eher spurlos an mir vorübergegangen. und wenn sich erste entzugserscheinungen einstellen, gibt es ja noch immer einen fake-account zum schnüffeln…